Das Magazin für angenehme Tage

Wohlfühl-Wörter

Geborgenheit – unser schönstes Wohlfühl-Wort

Ein deutsches Wort, das sich kaum übersetzen lässt – und ein Gefühl, das wir alle kennen.

4 Min. LesezeitAktualisiert am von der Redaktion

Ein Kind und ein Großelternteil sitzen in eine große Strickdecke gehüllt auf einer Bank und schauen in einen nebligen Herbstgarten
GeborgenheitEin Kind und ein Großelternteil sitzen in eine große Strickdecke gehüllt auf einer Bank und schauen in einen nebligen HerbstgartenWohlfühl-Wörter · jederzeit · Kostet nichts

Wohlfühl-Karte

HerkunftDeutsch

Aussprachege-BOR-gen-heit

BedeutungDas Gefühl, sicher, beschützt, angenommen und ganz bei sich zu sein – wie unter einer warmen Decke für die Seele.

Dauer
jederzeit
Jahreszeit
ganzjährig
Lesezeit
4 Min.

Direkt zu „Probier’s heute“ Zuhause Familie Selbstfürsorge

Eine warme Küche, eine vertraute Stimme, ein Arm um die Schulter: Geborgenheit ist eines der schönsten Gefühle – und eines der schönsten deutschen Wörter.

Was Geborgenheit bedeutet

Geborgenheit ist mehr als Sicherheit. Es ist das Gefühl, angekommen zu sein: beschützt, angenommen, entspannt. Du musst dich nicht verstellen, nicht wachsam sein, nichts leisten.

Manche spüren sie bei Oma in der Küche, andere beim Regen auf dem Dachfenster, wieder andere in den Armen eines lieben Menschen. Geborgenheit ist das Gegenteil von Alleingelassensein.

Ein Wort, das sich kaum übersetzen lässt

Geborgenheit gilt als typisch deutsches Wort – und als eines, das in anderen Sprachen schwer zu fassen ist. Im Englischen gibt es security, safety, comfort oder feeling sheltered, aber keins davon trifft die Mischung aus Schutz, Wärme und Vertrauen ganz.

Ganz allein ist das Deutsche damit natürlich nicht: Andere Sprachen haben eigene, verwandte Wörter, und das dänische Hygge liegt gar nicht so weit weg. Aber in dieser Form, als ein einziges Wort für dieses ganze Gefühl, ist Geborgenheit schon etwas Besonderes.

Wie sehr das Wort berührt, zeigte 2004 ein Wettbewerb von Deutschem Sprachrat und Goethe-Institut: Gesucht wurde das schönste deutsche Wort, es kamen über 22.000 Einsendungen. Gewonnen hat Habseligkeiten – Geborgenheit landete laut damaligen Berichten auf Platz zwei, noch vor lieben.

Geborgenheit stammt von „geborgen“, und das ist das Partizip von „bergen“ – also in Sicherheit bringen, schützen, verbergen. Laut Duden bedeutete „bergen“ ursprünglich sogar, etwas auf einer Fluchtburg unterzubringen. Dieselbe Wurzel steckt auch in Herberge.

Wer geborgen ist, ist also im Wortsinn in Sicherheit gebracht worden. Ein schönes Bild: Jemand hat dich aus dem Sturm geholt und ins Warme gesetzt.

Wo wir Geborgenheit finden

Geborgenheit entsteht oft aus drei Zutaten:

  • Menschen: Wer dich kennt und trotzdem mag. Eine Freundin, bei der du schweigen kannst. Familie, die dir Tee kocht, ohne zu fragen.
  • Orte: Die Lieblingsecke auf dem Sofa, die Küche deiner Kindheit, ein Wald, in dem du jeden Baum kennst.
  • Rituale: Dinge, die immer gleich sind. Der Sonntagskuchen, die Abendroutine, das Gute-Nacht-Telefonat. Wiederholung gibt Halt.

So schenkst du dir selbst Geborgenheit

Man kann Geborgenheit nicht kaufen – aber man kann ihr den Weg ebnen.

  1. Ein fester Abendablauf: Gleiche Uhrzeit, gleiches Licht, gleicher Tee. Dein Körper lernt: Jetzt bin ich sicher.
  2. Wärme von außen: Eine schwere Decke, eine Wärmflasche, ein warmes Fußbad. Körperliche Wärme fühlt sich oft auch innerlich warm an.
  3. Ein Rückzugsort: Eine Ecke, die nur dir gehört – mit Kissen, Licht und ohne Arbeitskram.
  4. Freundlich mit dir reden: Selbstmitgefühl heißt, dir selbst so zu begegnen wie einem lieben Freund. Das ist Geborgenheit von innen.
  5. Kontakte pflegen: Melde dich bei den Menschen, bei denen du dich geborgen fühlst. Ein kurzes „Ich denk an dich“ reicht oft schon.

Wenn Geborgenheit fehlt

Nicht jeder hat sie als Kind selbstverständlich erlebt. Und auch später gibt es Zeiten, in denen der Boden wackelt: nach einem Umzug, einer Trennung, in einer neuen Stadt, in der niemand deinen Namen kennt.

Dann ist es okay, Geborgenheit Stück für Stück neu aufzubauen. Mit kleinen Ritualen, einem freundlichen Ort, einem Menschen, dem du vertraust. Es muss nicht sofort ein warmes Nest sein – ein erstes Kissen reicht.

Und wenn sich die Unsicherheit über lange Zeit schwer und dunkel anfühlt, hol dir bitte Unterstützung: Deine Hausarztpraxis ist eine gute erste Adresse, und die TelefonSeelsorge ist unter 0800 111 0 111 kostenlos und rund um die Uhr für dich da.

Geborgenheit schenken

Das Schönste: Geborgenheit lässt sich auch weitergeben. Zuhören, ohne zu bewerten. Da sein, wenn es schwer wird. Einen Platz am Tisch freihalten.

Vielleicht bist du für jemanden genau der Mensch, bei dem er ausatmen kann. Und vielleicht ist das die schönste Aufgabe, die es gibt.

Geborgenheit ist, wenn du ausatmen kannst, ohne vorher zu fragen, ob du darfst.
wohltage.de · Diesen Satz per WhatsApp verschenken

Häufige Fragen

Was bedeutet Geborgenheit?

Geborgenheit beschreibt das Gefühl, sicher, beschützt und angenommen zu sein. Es verbindet Schutz, Wärme, Vertrauen und Ruhe – man muss sich nicht verstellen und nicht auf der Hut sein.

Gibt es Geborgenheit auf Englisch?

Nicht als ein Wort. Übersetzungen wie „security“, „safety“ oder „feeling sheltered“ treffen immer nur einen Teil. Deshalb gilt Geborgenheit als eines der schwer übersetzbaren deutschen Wörter.

Wie kann ich mich geborgener fühlen?

Durch vertraute Rituale, verlässliche Beziehungen, einen gemütlichen Rückzugsort und einen freundlichen Umgang mit dir selbst. Auch Wärme, Berührung und feste Abläufe vermitteln dem Körper Sicherheit.